Aufzeichnung: Lesung und Gesprächsrunde Sayaka Murata im Literaturhaus Zürich am 15. September 2021

Einführung: Eduard Klopfenstein, Moderation: Simon Leuthold, Lesung: Rebekka Burckhardt.

Sprache: Japanisch, Deutsch (Daniela Tan).

Eduard Klopfenstein führt in das Werk Muratas ein, weist u.a. auf ihre Bezüge zum französischen Schriftsteller Jules Renard (1864-1910) hin und erwähnt auch Zusammenhänge mit Themen des „postsexuellen Zeitalters“. Im Gespräch mit einem Schweizer Germanisten und Literaturkritiker berichtet die Autorin dann von ihrem einschlägigen Berufsleben vor ihrer schriftstellerischen Karriere.

Außerdem erläutert sie sehr aufschlussreich einige der Figuren ihres Textコンビニ人間 Konbini ningen wie etwa den als „Monster“ erscheinenden parasitären Shiraha, der sich in der Badewanne der Protagonistin einnistet, um sich dergestalt „vor der gesellschaftlichen Umwelt zu verstecken“ (sekai kara kakureru koto), d.h. den auferlegten Erwartungen an ihn als Mann und Leistungsträger zu verweigern. Murata stellt auch Überlegungen zur unterschiedlichen Rolle der Schriftsteller / Schriftstellerinnen in Japan und im Ausland an. Die auf Lesungen rund um die Welt wahrgenommene Lässigkeit der Kollegen kann sie selbst nicht adaptieren und verharrt in ihrem unsichtbar sozialisierten Korsett - es stützt, zwingt jedoch auch in eine bestimmte Haltung.

Link: https://www.youtube.com/watch?v=kt7l6OysSNw

Weiterführende Rezensionen: https://literaturkritik.de/murata-ladenhueterin-metaphysik-modularen,26242.html; https://literaturkritik.de/murata-seidenraupenzimmer-euer-wahnsinn-gebiert-unseren-wahnsinn-sayaka-muratas-subversive-groteske-seidenraupenzimmer,26821.html