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Ausstellung Niwa Yūta: „Zeiten des Rausches“ an der OAG in Tôkyô

  • 23. März
  • 2 Min. Lesezeit

"Der Titel der Ausstellung „Zeiten des Rausches“ (Tōsuijidai, 陶酔時代) verbindet zwei Themen, die den Künstler Niwa Yūta seit einigen Jahren beschäftigen: Fest und Krieg. Obwohl sie Gegensätze zu sein scheinen, eint sie eine Form von Rausch – eine intensive, mitreißende Energie, die Menschen erfasst.

Das deutsche Wort „Rausch“ bezeichnet dabei nicht nur eine lebensbejahende, feiernde Ekstase, sondern auch einen Zustand, in dem individuelles, rationales Denken in den Hintergrund tritt und in kollektive Erregung oder Raserei umschlägt. Die diffuse Unruhe und emotionale Aufladung, die unsere heutige Gesellschaft prägen, erinnern an Dynamiken, die die Geschichte bereits mehrfach hervorgebracht hat.


In seinen Arbeiten setzt sich Niwa Yūta mit Kräften auseinander, denen sich der Mensch kaum entziehen kann – mit unsichtbaren Bedrohungen und kollektiven Ängsten. Er fasst sie als ein „schwarzes Etwas“, das die Bildfläche durchdringt oder als Präsenz spürbar wird. Mit Tusche und traditionellen Techniken fragt er nach der Natur dieses Dunklen und danach, wie Menschen seit jeher versuchen, dem Unbegreiflichen eine Form zu geben.

Gleichzeitig verweist die Ausstellung auf eine einfache Handlung: Menschen, die an einem Tisch zusammenkommen, essen, trinken und teilen. Vielleicht liegt gerade darin eine Möglichkeit, dem zerstörerischen Rausch etwas entgegenzusetzen – und eine Form von Gemeinschaft zu finden, die nicht auf Eskalation beruht.


Nach dem Abschluss des Aufbaustudiengangs für Malerei an der Kyoto University of Art im Jahr 2019 ging Niwa Yūta (丹羽優太) für mehrere Monate zu Studienzwecken nach Peking. Anschließend lebte und arbeitete er zweieinhalb Jahre im Kōmyō-in, einem zum Tōfuku-ji in Kyoto gehörenden Zen-Tempel, wo er 32 Schiebetürbilder (Fusuma-e) schuf."


Datum: 16. März bis 22.März 2026

Ort: Foyer der OAG


 
 
 

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