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MINIATUREN DES EINSAMEN TODES: "Kunst als Fenster in menschliche Beziehungen und ihre Abgründe" - Kojima Miyu

"Miyu Kojima aus Japan entwirft Miniaturmodelle von Zimmern, in denen Menschen einsam und alleine verstorben sind. In mühsamer Handarbeit gefertigt, werfen ihre Arbeiten ein Licht auf ein Phänomen, das in Japan längst zum traurigen Alltag geworden ist.


Es ist kein einfacher Job, den die Japanerin Miyu Kojima ausgewählt hat. Sie ist immer dann zur Stelle, wenn Menschen sterben und niemanden haben, der sich um ihre Habseligkeiten kümmert oder hinter ihnen aufräumt. Im Auftrag des Unternehmens ToDo-Company reinigt und desinfiziert Kojima nicht nur die Wohnungen und Häuser, in denen jemand verstorben ist. Sie ordnet und sammelt auch die Hinterlassenschaften der Toten, damit diese später recycelt oder verkauft werden können."


" Dafür hat die Japanerin Räume in akribischer Detailarbeit zum Leben erweckt. Die Bücherregale sind mit Bänden über Biochemie oder Harry Potter bestückt und an den Wänden hängen Fotos von Vorfahren. Ihre Kunst hat sich Kojima selbst beigebracht. Sie hat nie eine handwerkliche Ausbildung gemacht oder dergleichen. Lediglich YouTube und das freie Experimentieren haben ihr geholfen. Dem Guardian sagt Kojima, dass sie anfangs nur vorgefertigte Möbel für Puppenhäuser verwendete. Nach und nach fing sie aber an, ihre eigenen Möbel zu entwerfen."  (xPLICITAsia, 29. August 2021)




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