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Forschungskolloquium Chisa Tanimoto M.A. (Universität Bochum): "Neue Forschung zur Literatur nach Fukushima" an der Japanologie Frankfurt

vor 2 Stunden
2 Min. Lesezeit

"Mein Dissertationsprojekt ‚Nukleare Gewalt und deutschsprachige Literatur nach Fukushima’ hinterfragt kritisch bestimmte Tendenzen innerhalb der Nuclear Criticism und der konventionellen Atomliteraturforschung, die den Begriff der nuklearen Gewalt auf Atomkrieg und Atomwaffen verengen und nukleare Bedrohung als eine vom Alltag losgelöste Ausnahmesituation begreifen. Das Projekt geht von der These aus, dass deutschsprachige literarische Texte, die sich mit der Mehrfachkatastrophe vom 11. März 2011 in Japan auseinandersetzen, nukleare Gewalt nicht allein als Ausnahmezustand darstellen, sondern bislang wenig beachtete Dimensionen dieser Gewalt sichtbar machen: ihre Alltäglichkeit und Kontinuität, ihre räumlich-zeitliche Ausdehnung, ihre Unsichtbarkeit und Ereignislosigkeit. Anhand der literarischen Reaktionen von Yoko Tawada, Alexander Kluge, Elfriede Jelinek und Philipp Weiss untersucht das Projekt, wie diese Werke Fragen nach der Verstrickung in nukleare Gewalt, nach den von ihr betroffenen Subjekten und nach den Bedingungen ihrer Unwahrnehmbarkeit verhandeln. Darüber hinaus wird der Frage nachgegangen, wie sie die Beziehung zwischen Mensch und Natur neu perspektivieren und literarische Ausdrucksformen entwickeln, die mehr-als-menschliche Akteur:innen und die Erde in den Vordergrund rücken. Im Vortrag wird das Dissertationsprojekt in seiner Breite vorgestellt und anhand ausgewählter Textbeispiele diskutiert. Dabei sollen auch offene Fragen und mögliche Verbindungslinien zwischen den untersuchten Werken zur Sprache kommen."


Chisa Tanimoto ist Doktorandin der Germanistik an der Ruhr-Universität Bochum. Nach dem Masterstudium (Germanistik) an der Keio-Universität in Tokyo war sie von Oktober 2022 bis März 2026 als wissenschaftliche Mitarbeiterin am DFG-Graduiertenkolleg „Das Dokumentarische. Exzess und Entzug“ an der Ruhr-Universität Bochum tätig. In ihrem Dissertationsprojekt „Nukleare Gewalt und deutschsprachige Literatur nach Fukushima: Alexander Kluge, Elfriede Jelinek, Yoko Tawada und Philipp Weiss“ (AT) beschäftigt sie sich anhand deutschsprachiger Texte über die Mehrfachkatastrophe vom 11. März 2011 in Japan mit der Frage, in welchen kulturellen und historischen Kontexten die jeweiligen Texte diesen Gegenstand aufgreifen und wie sie ihn dokumentieren.


Chisa Tanimoto wird am 2. Dezember 2026 Gast im Forschungskolloquium der Japanologie Frankfurt sein – eine spannende Weiterführung der anlässlich des 19. Japanologentags 2025 eröffneten Archivthematik.


Zeit: 02. Dezember 2026, 18:00 Uhr s.t.

Ort: Raum SKW 05.B127

 
 
 

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