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JNTO wirbt mit japanischer Literatur

Auf den Seiten der JNTO findet sich seit kürzerem der Beitrag "Auf den Spuren japanischer Autoren - Eine Japan-Reise für Buchliebhaber".


Hier wird festgehalten: "Das Land der aufgehenden Sonne enttäuscht einen nie und das gilt genauso für die nationale Literatur. Japan war schon immer ein Land, in dem die Literatur blüht, Geschichten mit echten Gefühlen geschrieben werden und die Leser nach dem Verschlingen eines Buchs mehr als zufrieden sind."


Das Marketing von JNTO zielt an dieser Stelle darauf ab, zu einer literarischen Reise nach Japan einzuladen bzw. via Buch für den Japantourismus zu werben. 


Vorgestellt werden u.a. Murakami Haruki und Yoshimoto Banana, aber auch die modernen Klassiker und neuere Erfolgsautoren wie Kirino Natsuo (hier leider Kirinio Natsuo) und Kawaguchi Toshikazu. 


"Literatur" wird - ganz dem Zeitgeist gemäß - als Medium präsentiert, das als Lieferant für "Gefühle" dient, wobei nicht ganz klar wird, ob die japanischen Geschichten besonders gefühlsecht (versiert auf tiefe Gefühle hin angelegt) sind oder ob dort die Autoren noch mit "echten Gefühlen" schreiben. 


Ersteres ist wahrscheinlicher und trifft für einen Verfasser wie Kawaguchi sicher zu. 


Der ebenfalls gelobte Mori Ôgai war entgegen der Darstellung jedoch ein Schriftsteller der Vernunft, nicht der Emotion. Ein gleiches gilt für Dazai Osamu und Kawabata Yasunari, die ihrerseits Intellektualität und Ästhetik vertreten - heute offenbar weniger beliebte Spielfelder.   


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