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Rezension zu Rin Usamis "Idol in Flammen"

"Die zeitgenössische japanische Literatur kann einige Beispiele ausgezeichneter Repräsentationen psychosozialer Problematik aufweisen: Mieko Kawakami, Hitomi Kanehara, Manˈichi Yoshimura und zuletzt Sayaka Murata sind zu nennen, wenn man sich Texte über Depression und Gruppengewalt, Selbstverletzungsimpulse, autistische Tendenzen, Wahnsinn sowie über die Denkfigur, bürgerlichen Widerstand zu einer Form psychopathologischer Erkrankung zu erklären (Yoshimura), vergegenwärtigt.


Rin Usami reiht sich mit Idol in Flammen in diese jüngere Tradition von Psycho-Poetologie ein. Ihre Protagonistin, die Schülerin Akari, widmet bis zum Limit Zeit, Energie und finanzielle Ressourcen dem Fan-Kult um den Rockstar Masaki. Sie bekennt: „Fan zu sein ist meine Überlebensstrategie.“ Das japanische Original Oshi, moyu erschien im Herbst 2020 im Kawade Shinsha Verlag und wurde mit dem bekannten Akutagawa-Preis ausgezeichnet – Usami ist damit die drittjüngste Preisträgerin."



















Lisette Gebhardt für literaturkritik.de, 7. Juni 2023


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