Rezension zu Takase Junkos Büroroman "Richtig gutes Essen"
- 27. März
- 1 Min. Lesezeit
Konditioniert auf süße Hilfslosigkeit
Junko Takases Büroroman „Richtig gutes Essen“ beschreibt eine oral fixierte japanische Gesellschaft
"Traditionell wird auf die Essenszubereitung in Japan viel Zeit und Mühe verwandt. Kochen ist sowohl eine Kunst als auch eine Tugend. Beim Besuch in einem gediegenen Restaurant darf man zu Recht höchste Professionalität erwarten; die japanische Hausfrau sollte ihrerseits stets in der Lage sein, ihren Gatten kulinarisch einwandfrei zu versorgen. Im Rahmen landeseigener Eheanbahnungen durch Vermittlung oder im semi-offiziellen Umfeld des Arbeitsplatzes spielen die Kochkünste der Zukünftigen eine nicht unwesentliche Rolle. Junko Takases Roman Richtig gutes Essen handelt von diesen Zusammenhängen und zeichnet dabei das zwiespältige Bild einer Gesellschaft, in der manche die Konvention gerne hinter sich lassen würden, die Mehrheit jedoch den gängigen Mustern folgt."
Lisette Gebhardt für literaturkritik.de 24. März 2026

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